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Die Entstehung eines Meisterwerkes

Aktualisiert: März 27

Die Entstehung eines Meisterwerkes

Sophienwald Glas


Eigentlich braucht man nicht viel, um ein federleichtes Glas herzustellen.

Viel Erfahrung ist eines der wichtigsten Zutaten. Die weiteren bestehen aus Quarzsand, Pottasche und Soda.

Die ideale Temperatur des Schmelzofens beträgt 1188 Grad. Das Glas wird zu einer zähen Masse.

Im Werkraum ist es dementsprechend heiss und trocken. Als ich 2014 das erste Mal eine Glasmanufaktur sah, erschrak ich beim Anblick eines Glasbläsern in Flipflops und kurzer Hose.

Er erklärte mir, das er den Beruf schon 36 Jahre ausübe um somit sein Können bestätigte, was er auch tat. Alte Berufe haben mich immer schon begeistert, denn das Handgeschick ist durch keine Maschine zu ersetzen. Man könnte sagen: man haucht den Gläsern eine Seele ein.

Auch heute werden Sophienwald Gläser handgemacht.

Ein Team umfasst mindestens 8 Mitarbeiter, welche am Tag maximal 500 Stück produzieren.

Der Kölbelmacher, der Glasbläser, der Umdreher, der Glasmachermeister, der Kaier, und einige geschickte Helfer.

Vom Kölbel- zum Glasmacher. Die Arbeitsschritte greifen ineinander: Der Kölbelmacher zieht einen Tropfen Glas aus dem Schmelzofen, setzt ihn auf die Pfeife und formt ihn zu einer kleinen Blase. Dann reicht er die Pfeife an den Glasbläser, der sich mehr flüssiges Glas aus dem Schmelzofen fischt. Aufs Gramm genau – das ist die Kunst und braucht jahrelange Erfahrung. Dabei dreht der Glasbläser die Pfeife wie eine Gabel über dem Fondue, damit nichts herabtropft. Mit einer hölzernen Suppenkelle, dem Wulgerholz, formt er das Glas vor.

Dann stellt er sich mit der Pfeife an einen Vorsprung über einer feuchten zweigeteilten Schale aus Buchen Holz. Sie gibt die endgültige Form des Glaskörpers vor.

Der Glasbläser hebt den Glastropfen hinein, bläst und dreht die Pfeife. Das in der Holzform verdampfende Wasser schützt das Glas wie ein Dampfkissen. Der fertige Kelch, der wie ein unförmiger Ballon immer noch an der Pfeife klebt, ist mittlerweile auf unter 700 Grad abgekühlt. Ihn übergibt der Glasbläser an den Umdreher. Dieser schwenkt die Pfeife und reicht sie an den Glasmacher weiter. Dieser passt Stiel und Boden an. Dafür erhält er von seinem Assis­tenten, dem Kaier, einen weiteren Tropfen glühenden Glases, den er auf der Unterseite des Kelchs platziert und mit einer Metallschere abschneidet. Hieraus formt er mit einer Holzschablone aus Wildbirne den Stiel durch Drehen der Pfeife auf dem Oberschenkel. Der Kaier setzt ein weiteres Tröpfchen Glas an, aus dem der Fuß des Glases entsteht. Das Finale im Abkühltunnel. Da das Glas

enormen Spannungen ausgesetzt ist, muss es sich jetzt stark abkühlen.

Das Glas wird von der Pfeife geschlagen, auf ein Fließband gelegt und nochmals für eineinhalb Stunden durch einen Abkühltunnel geschickt, bevor der Deckel per Laser vom Kelch getrennt und der Schnitt mit einer Gasflamme geglättet wird. Der Rand soll fein und kantig sein – um dem Wein mit all seinen geschmacklichen Nuancen entsprechen zu können.

Die Lippe des Glas wird geschliffen und anschliessend sauber gewaschen. Qualitätskontrolle ist heutzutage ein wichtiger Faktor. Jedes Glas wird gewogen und an der Wandstärke gemessen.

Ist es zu schwer wird es weg geworfen. Denn zweite Wahl Gläser will man nicht.

Sind die Gläser in Ordnung und der Rand nicht splittrig, werden sie einzeln in Seidenpapier eingewickelt und in Kartonagen zum Versand fertig gemacht.

Wenn man das so betrachtet sind 31,90 pro Glas gar nicht mal so viel für ein Unikates Meisterwerk.

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